Isabela Capetos farbenfrohes Zuhause

©André Nazareth.

Dieses Apartment in Rio de Janeiro mit Blick auf den Zuckerhut ist ein farbenfrohes Abbild seiner Besitzerin Isabela Capeto. Die Mode- und Grafikdesignerin hat sich eine bunte Wohlfühl-Welt geschaffen, die von den Geschichten ihrer Lieblingsstücke lebt.

Vor acht Jahren erfüllte sich Isabela Capeto einen Traum. Sie zog in diese 270 Quadratmeter große Wohnung in Rio de Janeiro mit Blick auf das Wahrzeichen der Stadt: den Zuckerhut. Das Modelabel der Designerin zählt zu den bekanntesten Brasiliens und ist für seine Boho-Kreationen mit Stickereien und exklusiven Mustern bekannt. Kein Wunder, dass sich Capeto auf den ersten Blick in diese Immobilie aus den 1940er-Jahren und deren ursprünglichen Vintage-Stil verliebte.

Die Bibliothek mit originalem Parkettboden und Tapete von Branco.©André Nazareth.

„Ich habe immer davon geträumt, in einem Apartment mit dieser Aussicht zu leben. Dieses Postkarten-Ambiente von meinem Wohnzimmer aus genießen zu können, ist für mich der wahre Luxus“, schwärmt sie. „Ich war sofort von den vielfältigen Möglichkeiten angetan, die der Grundriss bot“, erklärt sie und verweist damit auf die inzwischen großzügigen Räumlichkeiten mit den originalen Parkettböden, hohen Decken und großflächigen Fenstern, die viel Licht ins Innere bringen.

© André Nazareth.
Die Küche zieren auf Maß gefertigte Schränke und kleine Gemälde unbekannter Autoren, die Capeto von einer Reise aus Mexiko mitbrachte. Die Decke bemalte der Tätowierer Bernardo Perpétuo. Der antike Stuhl und die Pendel-Leuchte stammen aus einem Secondhand-Shop. © André Nazareth..
„ICH LEBE HIER ALLEINE, ABER ICH BIN EINE PASSIONIERTEGASTGEBERIN. ALSO BIN ICH OFT UND GERNE VON MEINEN FREUNDEN UMGEBEN.“
-Isabela Capeto, Mode- und Grafikdesignerin
© André Nazareth.
Den französischen Vintage-Esstisch umgeben Metallstühle von AD Studio sowie gepolsterte Erbstücke. Die Kunstwerke an der Wand sind unter anderem von den brasilianischen Malerinnen Leda Catunda und Adriana Varejão signiert. © André Nazareth.

Für die Umbauarbeiten beauftragte Isabela das in Rio de Janeiro ansässige Interior Design Studio und Architekturbüro Ouriço Arquitetura. Gründer Beto Figueiredo überarbeitete den Grundriss, der zuvor aus vielen kleinteiligen Räumen bestand. Heute freut sich die Hausherrin über einen weitläufig gestalteten Wohn-Essbereich mit Bibliothek, der nahtlos in die gut ausgestattete Küche übergeht. Die Einrichtung stammt von Isabela selbst, die sich um jedes Detail kümmerte und kurzerhand Farben und Drucke von Stoffen aus ihren Kollektionen mischte. „Ich bin immer auf der Suche nach Trends. Wenn ich reise, fülle ich meinen Koffer mit Baumwoll- und Leinenstoffen, viele davon von Marimekko, einer skandinavischen Marke, die ich sehr schätze.

So entsteht ein aus aller Welt zusammengetragener Fundus, der dann irgendwann auch in den Look meines Zuhauses einfließt“, verrät sie und gibt zu, dass sie spätestens alle drei Jahre den Drang verspürt, den Stil der Einrichtung zu verändern. „Für mich ist das eine kreative Herausforderung. Ich habe keine Angst, Dinge zu verändern. Ich glaube, die Arbeit mit der Mode hat mir viel Selbstvertrauen gegeben und macht diesen Prozess für mich einfacher und natürlicher.“

Blick in den Eingangsbereich mit verspielter Tapete und alten Holzstühlen. © André Nazareth.

Als lebhafte Persönlichkeit verwandelte Isabela das Haus in einen Treffpunkt für Freunde. Somit zählt die Küche zu ihren Lieblingsräumen, die sie mit Kunstwerken und allerlei Utensilien füllt. „Ich liebe die bunte Mischung aus Töpfen, Schalen, Obst und Blumen“, sagt die Designerin, die sich gerne mit Pflanzen umgibt. Die meisten davon stammen aus dem Garten ihrer Tante, der Landschaftsgestalterin Anna Luiza Rothier. Ihre Leidenschaft für Kunst entstand vor mehr als zwanzig Jahren, als Isabela in der Textilfabrik Bangu als Grafikdesignerin arbeitete.

Der Bezugsstoff „Rouparia para Casa" trägt die Handschrift der Designerin und kleidet das Bett. Der Nachttisch, den Isabela auf einem indischen Teppich platziert, ist vintage. Über dem Bett ein Gemälde von Monica Costa, rechts davon eine Arbeit von Tiago Carneiro da Cunha. ©André Nazareth.

„Viele dieser Kunstwerke begleiten mich schon seit Langem. Auch einige ikonische Möbel, wie die Sofas, Tische und Stühle von Sergio Rodrigues, einem sehr berühmten modernistischen Designer und Architekt meiner ersten Boutique, sind mir wichtig. Ich trenne mich von nichts, ich repariere stattdessen. Ich bin ein großer Fan von Dekoration mit Seele und Geschichte. Und dieses Haus spiegelt mich und mein Leben wider.“

✦ Simone Raitzik