Eat, Drink, Vienna: Der Guide für Wiens Restaurants & Cafés

© Dining Ruhm.

Die Kaiserzeit als Erbe, die Zukunft im Blick: Die österreichische Hauptstadt zeigt, wie man aus der eigenen Geschichte schöpft und sich zugleich behutsam erneuert.

Es ist vermutlich die Postkartenversion Wiens, von der sich die meisten gepflegt werden. Dazu vielleicht auch die Gewissheit, dass man an diesem Ort anständig empfangen wird. Wien war das Machtzentrum der Habsburger, eine Zeit lang bildete die Stadt sogar den diplomatischen Mittelpunkt Europas. Auf Besuch, besonders einen kulnarischen, ist man also eingestellt.

Cafés

Wie die Engländer sind auch die Wiener bei der ersten Mahlzeit des Tages ganz bei sich: Semmel oder Kipferl, Butter und Marmelade, dazu ein Kaffee, fertig ist das Wiener Frühstück.

Joseph Brot bekommt man es in leichter Abwandlung als „Kaiserin Frühstück“ die ganze Woche über aufgetischt. Im Goldenen Papagei ist der fair gehandelte Spezialitätenkaffee der Star, aus der Küche kommen dazu Sous-vide-gegarte Eier zu Sauerteigbrot und Pastrami. Und wer beim Morgenschmaus richtig schön sitzen möchte, kann es sich auf der Terrasse des Cafés Motto am Fluss gemütlich machen. Hier werden die Kreationen der eigenen Bäckerei und Patisserie in der Innenstadt direkt am Ufer des Donaukanals gereicht. Im Café Rosi wird man beim Brunch Club am Wochenende ausnahmsweise auch am Vormittag bewirtet. Die bunten Menüs sind von saisonalen Früchten und Gemüsen geprägt – und, mit ein bisschen Glück, auch von Langos oder Kaiserschmarrn. Bei Cà Phê Lalot bekommt man sogar bis 16 Uhr ein vietnamesisch geprägtes Frühstück. Warum nicht mal mit Spicy Omelett samt asiatischem Senfsalat und Chili-Öl (verspätet) in den Tag starten?

Goldener Papagei

© Benita Buhl.

Wo kommst du eigentlich her?, darf man den Goldenen Papagei fragen. 1978 eröffnete das Café zuerst in Belgrad. Vor einigen Jahren zog der Familienbetrieb nach Wien um.

goldenerpapagei.at

Joseph Brot

© josephbrot.

Bäckerei Joseph Brot hat sich im Waldviertel auf besonders lange fermentierte Teige und alte Getreidesorten spezialisiert. Den Großstädtern (und Touristen) gefällt’s.

joseph.co.at

Dining Ruhm

©Dining Ruhm.

Frühstück mal anders: Im Restaurant Dining Ruhm wird immer wieder samstags ein opulenter Sushi-Brunch angeboten.

diningruhm.at

CAFÉ ROSI

©WienTourismus/Gabriel Hyden.

Das Café Rosi ist eines jener Lokale, in denen man sich sofort zu Hause fühlt. Hier kann man sich nicht nur beim Brunch, sondern auch beim Abendessen verwöhnen lassen.

rosi.wien

Restaurants

Wien gehört zum erlesenen Kreis jener Städte, deren kulinarische Kreationen weit über ihre Grenzen hinaus bekannt sind (und nachgekocht werden). „Schnitzel Love“ heißt es deshalb passend im Restaurant Meissl & Schadn, wo der Inbegriff der Wiener Küche in höchster Qualität serviert wird.

Sosehr die Stadt auf seine Traditionen pocht, sosehr prägen kreative Köche mit frischen Ideen ein neues kulinarisches Bild der Stadt. Schon legendär sind etwa die Burger von XO Grill, die man mittlerweile an drei Standorten bekommt – immer gebaut mit eigens produziertem, gut gereiftem Edelfleisch von besonders alten österreichischen Milchkühen (XO steht für „Extra Old“).

Das Reznicek hat sich einer zeitgemäßen und saisonalen Küche verschrieben, die von österreichischen Klassikern inspiriert ist. Es gibt Backfleisch und Kalbsbries, Mohnnudeln und Marillenknödel, aber auch Käferbohnenhumus und Steinbutt. Und Wein. Viel Wein.

XO GRILL

© Stefan Fürtbauer, BWM Designers & Architect.

Burger, Fries, Salatherzen – so sieht eine runde Mahlzeit aus. Das Fleisch bei XO Grill stammt nicht nur von alten Kühen, es hatte auch mindestens sieben Wochen Zeit zum Reifen.

xo-grill.at

Wenn es unter den zahlreichen und oft auch historischen Wirtshäusern Wiens eine Institution gibt, dann ist es das Schwarze Kameel mit seiner mehr als 400-jährigen (!) Geschichte. Seit 1618 befindet es sich in der Bognergasse 5 in der Wiener Innenstadt. Im Jahr 1901 wurde dort ein neues Haus gebaut, dessen Jugendstil-Interieur heute noch die Gasträume prägt.

Natürlich: Das echte Wiener Schnitzel vom Kalbsrücken servieren sie im Schwarzen Kameel dünn, kross, fachmännisch souffliert – und auf Wunsch sogar als Fingerfood.© Peter Rigaud.
Wien ist eine Weltstadt – und hier schmeckt man es.©Peter Rigaud.
Neben weiteren Klassikern wie Rindstafelspitz und hausgemachten Mehlspeisen findet man aber auch frische Austern oder konfierte Auberginen mit Kichererbsen und Koriander auf der Karte.©Peter Rigaud.

Zwischen Feinkosthandlung und Sandwichvitrine, zwischen Weinbar, Brasserie und dem Restaurant Beletage findet und erlebt man hier einen Mikrokosmos des Wiener Lebens, in dem es stets um eines geht: Genuss. Man könnte hier im Grunde einen ganzen Tag verbringen – vom Frühstück mit Wiener Kipferl über den saisonalen Mittagstisch bis zum Abendessen, bei dem man es sich bei österreichischen und internationalen Spezialitäten gut gehen lassen kann.

Sie haben sich bestimmt schon gefragt, wann wir Sie denn endlich zum Würstelstand schicken, um das wichtigste Streetfood Wiens zu verkosten. Das, wie eingangs erwähnt, immer hipper wird. Wurde auch Zeit! Also bitteschön: Schauen Sie doch einmal bei Alles Wurscht am Börseplatz vorbei, wo man zur Käsekrainer Trüffelpommes und Champagner bekommt. Oder beim Wiener Würstelstand in der Pfeilgasse, dem ersten biozertifizierten Vertreter dieser kulinarischen Nische in der Stadt (oder der Welt?). Falls Sie dann immer noch nicht genug haben, probieren Sie auch noch die Kimchi- und Bánh-Mì-Kreationen, die man bei Extra Würstel in der Mariahilfer Straße neben den Klassikern aus dem Häuschen gereicht bekommt.

PRAMERL & THE WOLF

© WienTourismus/Gabriel Hyden.

Casual Fine Dining hat man sich im Pramerl & the Wolf auf die Fahne geschrieben – und eine Küche, die von kreativen Ideen getrieben ist.

pramerlandthewolf.com

&FLORA

© Tony Gigov.

„From Leaf to Root“ heißt eines der Grundprinzipien im &flora: Möglichst jedes Teil von Früchten und Gemüsen soll verarbeitet werden. Zimmerpflanzen ausgenommen.

undflora.at

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